Integration und Völkerverständigung voranzutreiben – das ist das Ziel des Club Camer AG, der mit etwa 300 studentischen Mitgliedern und 150 Sympathisanten kamerunische Studierende an der Universität unterstützt. Als Partnerorganisation des Vereins „Kameruner in Dortmund und Umgebung e.V.“ vertritt er die Interessen aller Kameruner und Sympathisanten im Raum Dortmund. Wir haben mit den Mitgliedern Harold Kuetche und Armel Djiné darüber gesprochen, wie der Verein mit dem Fußballsport ein besseres gesellschaftliches Miteinander erreichen will.

Was ist das Ziel Ihres Vereins?

Kuetche: Club Camer hat das Ziel, kamerunische Studierende an der TU Dortmund zu betreuen. Wir wollen den kamerunischen Studierenden, die noch neu in Deutschland sind, helfen, weil die meisten die deutsche Kultur nicht kennen und nicht wissen, wie man sich in Deutschland verhält. Wir unterstützen auch bei bürokratischen Aufgaben, zum Beispiel beim Visumsantrag. Vor allem wollen wir eine Verbindung zwischen Kamerunern und Deutschen herstellen und die Integration von Kamerunern in Dortmund verbessern. Dafür wollen wir den Deutschen die kamerunische Kultur näherbringen, damit sie uns kennenlernen und die Angst vor dem Fremden abbauen, denn es kommen oft Vorurteile gegenüber dem auf, was man nicht kennt. Als Mitglieder in unserem Verein sind deshalb auch nicht nur Kameruner, sondern Menschen aller Nationalitäten willkommen.

Djiné: Es geht uns vor allem um den Informationsaustausch mit anderen Studierenden, wir wollen in Kontakt miteinander kommen und voneinander lernen. Dadurch wollen wir die Kultur am Campus beleben und ein besseres Zusammenleben erreichen.

Welche Projekte führen Sie durch?

Kuetche: Wir organisieren viele verschiedene kulturelle Veranstaltungen, um den Deutschen die kamerunische Kultur näherzubringen, zum Beispiel Tanzveranstaltungen oder Kochevents, aber auch Konferenzen zu verschiedenen Themen mit Bezug zu Kamerun. Bei diesen Konferenzen kommen Kameruner mit Deutschen ins Gespräch und vermitteln, was sie wollen, warum sie hier sind und welche Probleme sie in Deutschland haben, und wir diskutieren gemeinsam darüber, wie man diese Probleme, zum Beispiel Rassismus, lösen könnte. Wir werden auch oft von der Universität oder der Stadt zu Veranstaltungen eingeladen, um die kamerunische oder afrikanische Kultur zu repräsentieren. Zurzeit engagieren wir uns außerdem in der Flüchtlingshilfe und geben Deutschunterricht. Um verschiedene Kulturen zusammenbringen, veranstalten wir auch Sportevents, zum Beispiel Fußballturniere.

Wer sind die Mitglieder Ihrer Fußballmannschaft und wie oft trainieren Sie?

Kuetche: Unsere Fußballmannschaft trifft sich jeden Sonntag zum Training. Dabei kommen jeweils ungefähr 40 Spieler, die einfach Spaß daran haben, sich zu bewegen und aktiv zu sein. Diese Mannschaft ist allerdings nicht ganz fest, die Spieler bei den Turnieren wechseln immer wieder.

In welchen Turnieren spielen Sie?

Djiné: Einmal im Jahr veranstalten wir ein eigenes Fußballturnier, zu dem wir andere Mannschaften einladen. Dieses Turnier findet im Rahmen der afrikanischen Kulturwoche an der Universität statt, bei der auch verschiedene Folkloregruppen eingeladen werden und zum Beispiel Theateraufführungen oder Debatten über aktuelle Themen stattfinden.

Kuetche: Ansonsten werden wir zu den Turnieren anderer Mannschaften eingeladen oder auch zu Fußballturnieren an der Universität. Bei diesen Turnieren spielen wir gegen andere afrikanische, aber auch deutsche Vereine. Das Publikum ist deshalb sehr gemischt, viele verschiedene Nationalitäten sind dabei.

Worum geht es Ihnen beim Fußballspielen? Inwiefern trägt der Fußball für Sie zu einer Verbesserung der deutsch-kamerunischen Beziehungen bei?

Djiné: Die Idee für die Fußballspiele entstand dadurch, dass viele Kameruner etwas mit Fußball anfangen können. Am Anfang haben wir nur gegen andere kamerunische Mannschaften gespielt, aber jetzt sind die Turniere sehr international. Es geht uns hauptsächlich um die Vernetzung mit anderen – aber auch darum, einfach mal die Bücher wegzulegen, an andere Sachen zu denken und miteinander Spaß zu haben.

Kuetche: Für mich geht es bei den Spielen nicht ums Gewinnen, sondern um die Teilnahme, um die Nähe zu anderen – darum, miteinander zu kommunizieren und sich auszutauschen. Wir wollen mit dem Fußball das Miteinanderleben zwischen verschiedenen Kulturen stärken.

Welche Bedeutung hat der Africa Cup 2017 für Sie im Verein?

Kuetche: Kamerun nimmt ja auch teil. Wir werden wahrscheinlich Werbung für die Spiele machen, sodass die Mitglieder sie gemeinsam anschauen können.

Djiné: Wenn Kamerun beim Africa Cup spielt, bin ich auf jeden Fall dabei.

Welche Ziele hat Club Camer AG für die Zukunft?

Kuetche: Wir wollen immer aktiv bleiben, damit die Integration von Kamerunern in Deutschland verbessert wird. Mein persönliches Ziel ist es, immer dabei zu helfen, wenn es geht. So viele Menschen aus verschiedenen Kulturen kennenzulernen und zu erfahren, wie sie ticken, hilft mir auch für mein eigenes Leben, und das wünsche ich auch allen anderen. Ich wünsche mir, dass wir es schaffen, mit immer mehr Menschen in Kontakt zu kommen.