Der Afrika Sport Club Köln war ein gemeinnütziger Verein, der in den 80er Jahren gegründet wurde und sich insbesondere der Förderung des Fußballsports verschrieben hatte.

Unter der zweiten Generation des Vereins entstand dann vor gut zwei Jahren auf der Basis der Grundidee des alten Vereins schließlich der Afrika Fußball Club Köln – ein Verein, in dem sich Spieler unterschiedlichster, vorrangig afrikanischer, Herkunft als Team zusammengefunden haben, um mit religiöser und weltanschaulicher Toleranz gemeinsam ihrer Leidenschaft für das Fußballspielen nachzugehen.

Seit etwa einem Jahr nimmt der Verein nun auch am Spielbetrieb in der Kreisliga D-Staffel 5 teil und wir hatten die Möglichkeit mit Kapitän Cédric Ayibiga Mferi über die Aktivitäten des Vereins zu sprechen:

 

1. Wer sind Ihre Mitglieder? Sind sie zugezogen oder in Deutschland geboren?

Die Mitglieder unseres Vorstands kommen aus Gabun, dem Senegal und Kamerun. In unserer Mannschaft sind 17 verschiedene afrikanische (und auch europäische) Länder vertreten, denn unsere Spieler kommen aus Algerien, Angola, der Demokratischen Republik Kongo, Elfenbeinküste, Eritrea, Frankreich, Gabun, Guinea, Italien, Liberia, Mali, Nigeria, Republik Kongo, Tschad, Tunesien,Türkei und Uganda. Zudem sind unter unseren Mitgliedern mehrere junge Männer mit Flüchtlingsstatus und weniger als zwei Jahren Aufenthalt in Deutschland.

 

2. Betrachten sich Ihre Spieler eher als Afrikaner oder als Deutsche?

Wir sehen uns eher als Deutsche, denn als Afrikaner. Dennoch schätzen wir alle unsere afrikanische Kultur und entsprechende Einflüsse durch unsere Eltern und Familienangehörigen.

 

3. Was macht die Stärke ihres Teams aus?

Unsere Mannschaft zeichnet sich durch ihren großen Teamgeist, aber auch durch ihre individuelle Klasse aus.

 

4. Wie oft trainieren Sie und welche Erfolge können Sie als Mannschaft bisher verzeichnen?

Unsere Mannschaft trainiert zweimal pro Woche. Sonntags findet dann in der Regel ein Meisterschaftsspiel statt. Unser größter Erfolg ist sicherlich unser Bestehen. Nach Auflösung des alten Vereins gab es mehr als ein Jahrzehnt keinen afrikanischen Verein der aktiv am Spielgeschehen teilgenommen hat. Dies haben wir geändert.

 

5. Wie setzt sich Ihr Publikum zusammen? Sind das vorwiegend auch nur Afrikaner oder auch Angehörige anderer Nationalitäten?

Unser Publikum ist vorwiegend afrikanisch-stämmig. Mittlerweile aber auch in mehreren Generationen in Deutschland lebend. Als Spieler mit nicht-afrikanischen Wurzeln haben wir lediglich einen Italiener, einen Deutschen und drei türkisch-stämmige Personen.

 

6. Inwiefern kann Fußball ihrer Meinung nach zum kulturellen Austausch beitragen?

Sehr gut. Man lernt andere Kulturen und Sprachen kennen. Gerade im Kontakt mit unseren Flüchtlingen können wir sehr gut helfen und die deutschen Werte und die deutsche Kultur näherbringen. Zudem hilft das gemeinsame Fußballspielen den Jungs auch enorm in der Entwicklung ihrer Sprachfertigkeiten, was wiederum dazu führt, dass sie sich im Alltag besser zurechtfinden.

 

7.Was sind Ihre Pläne und Ziele für die Zukunft des Vereins?

Zu unseren kurzfristigen Zielen zählt zweifellos der Aufstieg der Mannschaft. Langfristig würden wir natürlich gerne noch weitere Mannschaften für den Spielbetrieb anmelden und neue Mitglieder gewinnen. Unser größtes Ziel liegt jedoch im Bereich der Jugendarbeit.

 

8. Freuen Sie sich auf den Africa-Cup 2017? Welche Bedeutung hat dieses Sportevent für Sie?

Ich freue mich sehr auf den Afrika-Cup 2017, denn ich werde das Event in Gabun, dem Heimatland meines Vaters – das ja auch der Austragungsort des Cups ist – hautnah mitverfolgen. Auch in der Mannschaft wird mit Eifer darüber diskutiert, wer sich den Titel holt und jeder wünscht sich sein Heimatland als Sieger des Turniers.

 

9. Werden Sie die Spiele zusammen als Team anschauen?

Da ich persönlich nicht zu Hause sein werde, kann ich nicht dabei sein. Das Team wird aber sicherlich das ein oder andere Mal zusammensitzen und einige Spiele verfolgen.

 

10. Welche Mannschaft ist ihr Favorit beim Africa-Cup 2017?

Da ich gabunische Wurzeln habe, wünsche ich persönlich natürlich Gabun den Titel, zumal es Ausrichter ist. Mit Aubameyang sind wir ja sehr stark besetzt in der Offensive.
Geheimfavorit ist ja allerdings die demokratische Republik Kongo, neben den üblichen Favoriten Algerien, Elfenbeinküste und Ghana. Der Afrika-Cup verspricht also sehr spannend zu werden.

 

Dieses Interview war Teil unseres aktuellen „Africa Cup of Nations 2017 – Magazin“! Hier geht’s zum Download!